Aufladung  Biodiversität
im Naturpark Sölktäler

Copyright

Das Land Steiermark startete 2016 ein dreijähriges Projekt, das den sieben Naturparken die halbtägige Anstellung eines „Biodiversitätsexperten“ ermöglichte. Sie sollten beitragen, Naturschutzziele wieder stärker ins Bewusstsein der Einheimischen und der Naturparkbesucher zu rücken. Die Artenvielfalt im Naturpark sollte mit diversen Maßnahmen erhalten und erhöht werden: https://www.naturparke-steiermark.at/de/Projekte/Aufladung_Biodiversitaet

Das Projekt läuft nun Ende Juni 2019 aus. Schon jetzt ein kurzer Überblick, was alles in dieser Zeit geschehen ist:

In den Sölktälern startete Stefan Falkensteiner mit diesem Projekt. Er verließ den Naturpark im September 2017. Im Februar 2018 übernahm Veronika Grünschachner-Berger diese Aufgaben. Ihr Spezialgebiet als Wildbiologin, menschliche Einflüsse auf Wildtiere und deren Lebensräume, sollte auch bei Besucherlenkungsmaßnahmen im Naturpark Eingang finden.

Abb.1: Veronika Grünschachner-Berger

Die „Aufladung Biodiversität“ setzt sich aus zwei Teilen zusammen. Neben konkreten Projekten zur Steigerung der Artenvielfalt soll auch die Zusammenarbeit mit den diversen „Botschaftergruppen“ des Naturparkes, den Naturpark-Partner, Naturvermittlern, der Landwirtschaft, den Schulen und vielen anderen Gruppen intensiviert werden.

Diverse Projekte:

 „Der Wolf in der alpinen Kulturlandschaft“ – Sommer 2017

Stefan Falkensteiner und Volkhard Maier organisierten im Sommer 2017 die Veranstaltungen zum Thema „Der Wolf in der alpinen Kulturlandschaft“. Die Veranstaltungsserie sollte objektive Grundlagen für die Rückkehr des großen Beutegreifers liefern, sie sollte sowohl lokale als auch internationale Veranstaltungsteilnehmer erfassen. Im Schloss Großsölk wurde eine Ausstellung zur Ökologie des Wolfes installiert. Lokale Veranstaltungen für Forst und Jagd sowie Land- und Almwirtschaft fanden in Gasthäusern der Region statt. Eine internationale Tagung und eine historische Exkursion zum Thema Wolf wurden ebenfalls abgehalten.

Abb. 2: Plakat der internationalen Wolfstagung

Ausstellung „Die wilden Hühner der Sölk“ – Sommer 2018

Über den Sommer 2018 wurde im Schloss Großsölk die Ausstellung „Die wilden Hühner der Sölk“ gezeigt. Im Naturpark sind alle vier heimischen Raufußhühner (Auer-, Birk-, Schnee- und Haselhuhn) vertreten. Insbesondere Birk- und Haselhühnern gefällt der Lebensraum hier besonders gut. Die Ausstellung stellte die Lebensräume, die ökologischen Grundlagen, Probleme und Gefährdungsursachen, aber auch die besonderen Bedingungen in der Sölk vor. Kleindioramen zeigten die Tiere in ihren Lebensräumen, Plakate informierten über die Vögel. Themen von Gefährdungen durch Lebensraumverlust, durch Kollisionen mit Freileitungen und Fenstern, bis zu neuesten Grundlagenforschungen in der Steiermark rundeten die Themen ab.

Abb. 3:Zwei der Poster der „Hühner-Ausstellung“

 Schwerpunkt: Unterstützung beim Erhalt der Almen und alpinen Kulturlandschaften.

Almen- und Wanderfolder:

Im August 2018 wurde der neue Wander- und Almenfolder fertiggestellt.

Ziel der Broschüre ist es nicht, die längsten sportlichsten Wanderungen im Naturpark vorzustellen. Vielmehr werden auch kurze familienfreundliche Wanderungen präsentiert. Die Öffnungszeiten und Produkte der Almen werden beschrieben und Interesse an der Bewirtschaftung der Almen und deren Unterstützung zu wecken versucht. Das Heft soll nicht nur zum Wandern anregen sondern das bewusste Erleben der Landschaft und seiner Einwohner vermitteln. Der Wert der Landschaft, die notwendige Arbeit zu deren Erhaltung aber auch der Nutzen einer extensiven Almwirtschaft für die Biodiversität soll begreifbar gemacht werden. Zusätzlich werden der Naturpark, seine Bewohner und deren landwirtschaftliche Einkommensquellen beschrieben.

Abb. 4: Der neue Wander- und Almenführer

Mithelfen auf der Alm: Bergwaldwochen mit dem Alpenverein:

Die „Bergwaldwochen“ gemeinsam mit dem Alpenverein haben ebenfalls zum Ziel, die Almbauern bei der Erhaltung ihrer Flächen zu unterstützen. Bergwaldwoche gibt es bereits seit vielen Jahren im Naturpark, sie soll auch noch nach 2019 weiter bestehen bleiben. Mit der hohen Motivation der Projektbetreuerin des Alpenvereins, Friederike Gepp und ihrer Helfer wird das hoffentlich weiter gelingen.

Abb. 5: Arbeitsbesprechung mit Franz Bergler, dem Alminspektor

Veranstaltungen mit Thomas Huber

Ein Sensenkurs und die „Sölker Almgespräche“ im Sommer 2018 mit Thomas Huber, Bergbauer, Jäger und Wildbiologe, rundeten diesen Veranstaltungsschwerpunkt ab.

Abb. 6: Der Sensenkurs mit Thomas Huber © Stefan Resch

Herdenmonitoring: Projekt im Planungsstadium  

Die Zahlen der aufgetriebenen Weidetiere auf die Almen und ins alpine Gelände sinken ständig. Dafür gibt es viele Ursachen. Neben der Großräuberproblematik sind zu geringe Arbeitserlöse und zu wenige „helfende Hände“ zur Bewirtschaftung wesentliche Treiber. In Planung ist daher ein einfacheres Überwachungssystem der Herden mit besenderten Weidetieren. Wenn man sich viele Suchstunden sparen kann und gezielt die Tiere  – auch in gefährlichen Situationen oder bei Krankheit  – auffinden kann, wird die Kontrolle effizienter. In einem Vorprojekt sollen erste Erfahrungen gesammelt werden (Positionen der Tiere, Aktivitäten wie schnelle Fluchten, und andere Informationen direkt auf eine App aufs Handy). Das Projekt soll im Frühjahr 2019 starten  – Ein modernes aktives Herdenmanagement soll damit unterstützt werden.

Abb. 7: Schafe sollen besendert werden

Vermehrung alter Gemüse-, Blumen- und Kräutersamen

Im Herbst 2018 startete das Projekt „Saatgutvermehrung“, das den Austausch und die Verbreitung alter Gemüsesorten fördern will. Das jahrhunderte alte Wissen um das Wachsen und die Vermehrung alter eigener Gemüse-, Blumen und Kräutersorten in der Region soll wieder aktiviert und ausgetauscht werden. Workshops zur Samengewinnung und Treffen zum Austausch alter Samenspezialitäten werden organisiert. Ein Netzwerk an Vermehrern soll entstehen.

Der nächste Termin zu diesem Projekt:

Saatgut-Seminar am Samstag, 9. Februar, 10:00 bis 16:00!

Wir freuen uns auf euer Kommen!

Abb. 8: Seminar am 9.2.2019

Botschafter des Naturparkes:

Botschafter sind lokale Personen oder Gruppen, die die Ziele des Naturparkes in ihren Bereichen unterstützen und mittragen.

Im Naturpark wurden einzelne Botschafter in die Projekte eingebunden. Sie helfen auch bei Veranstaltungen wie dem Steiermark Frühling oder dem Kasfest immer wieder unermüdlich mit. Vielen Dank dafür!

Die Naturpark Schulen organisierten den „Tag der Biodiversität“ jedes Jahr zu einem anderen Thema. So wurden 2018 zum Thema „Verwandlungskünstler“ unterschiedliche Tierarten thematisiert, es wurde gebastelt, gemalt, gekocht, Geschichten mit Leben versehen und sogar ein kurzer Zeichentrickfilm über die Verwandlung einer Raupe gedreht.